• Die studentische Redaktion von ILP on blog sondiert, kommentiert, erschließt und vertieft das Geschehen und die Themen rund um den Internationalen Literaturpreis. Als Resonanzraum lädt das Blog ein zum Hören, Betrachten und Lesen.

Fest der Shortlist & Preisverleihung 2016

Ausweitung der Lesezone: Lesungen, Materialgespräche, Befragungen & Roundtables.

Zu welchen Formen findet gegenwärtiges Erzählen? Wie manifestiert sich Gegenwart in Sprache und Texten, die übersetzt ihren Weg durch neue mediale und kulturelle Zusammenspannungen finden? Der Internationale Literaturpreis begibt sich dorthin, wo das „Literatur machen“ seinen Lauf nimmt: inmitten des Schreibens, Übersetzens, Lesens und deren Folgen. Die Ausweitung der Lesezone verhandelt sich wandelnde Sprachcodes, um- und ausgreifende Texte und Paratexte, unerwartete Komplizen- und Mitleserschaften in einer beschleunigten literarischen Gegenwart.

In Lesungen und Materialgesprächen geben Autor*innen und Übersetzer*innen Einblick in ihren persönlichen Lektürekanon, in Produktionsprozesse und die Kontexte und Paratexte des eigenen Werks und der Übertragungen. Entstandene „Fragen beim Lesen“ beantworten sie der Social-Reading-Group zur Shortlist 2016. An gemeinsamen Roundtables werden die „Ökonomien des Übersetzens“ und die Erfahrung des „Übersetzt werdens“ in gegenwärtigen Weltzusammenhängen verhandelt. Den sommerlichen und polyglotten Parcours moderieren Thomas Böhm und Aurélie Maurin.

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„Erschlagt die Armen!“ – Eine große Entdeckung

Eine Jury-O-Ton-Collage.

Es steht längst fest: Die Autorin Shumona Sinha und die Übersetzerin Lena Müller werden für Erschlagt die Armen! mit dem diesjährigen Internationalen Literaturpreis ausgezeichnet. Die Jury hatte zuvor aus über 150 eingereichten Titeln sechs für die Shortlist bestimmt – die alle sehr stark waren, ist sich die Jury einig. Wohingegen bei der Bestimmung des Preisträger-Duos keine unmittelbare Einigung erzielt werden konnte. Doch was genau hat letztlich den Ausschlag gegeben? Was zeichnet Erschlagt die Armen! nicht nur gegenüber den anderen Titeln aus? Was war der Jury wichtig? – Marko Martin, Jörg Plath, Iris Radisch und Sabine Scholl geben Antworten.

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In der Lesezone

Hörstücke zur ILP-Shortlist 2016.

Sechs Titel stehen auf der Shortlist des ILP 2016. Jeder ist auf ganz eigene Art spannend, hat Ecken und Kanten und nimmt unterschiedliche Blickwinkel ein. In der Lesezone wimmelt es demgemäß von höchst unterschiedlichen Figuren: unter anderem einem ehemaligen Piloten, einer Reporterin, einem Geologen, einem Auktionator, einer Übersetzerin, einem Studienabbrecher und Fotografen. In Griechenland, Sambia, Schweden, Polen, Holland, Aserbaidschan, Mexiko, Frankreich und Südafrika sind sie auf der Suche nach ihrer persönlichen Freiheit und Heimat, den Lügen und Wahrheiten, dem Ursprung des Lebens, alten Freunden, ihrer Geschichte und ihren Erinnerungen, nach Schätzen und Gebissen. – Bevor die Lesezone beim Fest der Shortlist ausgeweitet wird, tauchen die Hörstücke noch einmal ein, in die (Figuren-)Welten, die Bilder und Geschichten der ILP-Shortlist 2016.

Johannes Anyuru: Ein Sturm wehte vom Paradiese her

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Nun verstehen Sie mich doch endlich! III

to quit – Schluss machen

Nie liebte ich eine Engländerin. Und auch keine Frau aus dem restlichen angelsächsischen Raum. Meine Frauen waren immer deutschsprachig. Ich bin kein nationalistischer Romantiker. Ich reise nur nicht gern. Allerdings habe ich mich überdurchschnittlich oft in Frauen verliebt, die für einzelne Sätze ins Englisch wechselten. Man könnte sagen: I have a thing for this kind of women. Weiterlesen

Lyrisch, Drastisch, Provokant: „Erschlagt die Armen!“

Die Presse zum diesjährigen Preisträger

Die Jury hat ein letztes Mal getagt und sich entschieden: Für das vermutlich am intensivsten in den Medien diskutierte Buch der Shortlist: „Erschlagt die Armen!“ („Assommons les pauvres!“). Der knapp hundertseitige Roman ist politisch hochaktuell und konnte die Jury auch sprachlich überzeugen.
Der ILP 2016 geht somit an die Autorin Shumona Sinha und ihre Übersetzerin Lena Müller.
Aber von Vorn: Weiterlesen

„Na ja, es kommt immer darauf an“

Eine Jury-O-Ton-Collage.

Kurz vor der Bekanntgabe des diesjährigen Preisträger-Duos eröffnen die Jurymitglieder Leila Chammaa, Michael Krüger, Sabine Peschel und Jörg Plath verschiedene Perspektiven auf die Juryarbeit: die Kriterien, die der ILP mitbringt, Faktoren wie inhaltliche Relevanz, Sprachstil und Ästhetik, aber auch die Motivation der einzelnen Jurymitglieder sowie die Rolle, die insbesondere die Übersetzungen dabei spielen.

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Nun verstehen Sie mich doch endlich! II

Das schwierigste Wort der Welt

Ich bin kein Übersetzer. Wäre ich einer, dann ein schlechter. Ich scheitere schon an der Übersetzung eines Wortes, das streng genommen ein deutsches ist. Gemeint ist das österreichische ‚eh‘. Einer Studie der Philologisch-Historischen Fakultät der Universität Augsburg zufolge hat das vormals überwiegend süddeutsch-österreichische Abtönpartikel bis in weite Teile Norddeutschlands ’sowieso‘ abgelöst. Allerdings sind ‚eh‘, ’sowieso‘ oder ‚ohnehin‘ nicht synonym zu verwenden. Zumindest nicht, möchte man eine spezifisch österreichische Eigenart nicht unterschlagen. Als Abtönpartikel kann ‚eh‘ eine Aussage bestätigen oder bekräftigen. Es gibt ihr eine bestimmte Wendung oder tönt sie auf eine bestimmte Weise. Übertritt man aber die deutsch-österreichische Grenze, ist nicht mehr klar: Auf welche Weise wird hier getönt? Weiterlesen

Auf der Suche

Ein Überblick.

Es gibt Ergebnisse – auf der Suche nach Antworten darauf, vor welche Herausforderungen und Probleme uns Fremdsprachen stellen (bei der Übersetzung literarischer Texte wie im Alltag), welche Bedeutung literarisches Übersetzen hat (hier wie im Ausland), was genau die Arbeit als Übersetzerin oder Übersetzer mit sich bringt, als Jurorin oder Juror, welche Kriterien daran angelegt werden, was „gute“ Literatur, was „erzählende“ Literatur ist, welchen Einfluss Literaturpreise haben, wie es um die Literatur andernorts steht und wie unter all diesen Gesichtspunkten der ILP 2016 sowie die ILP-Shortlist 2016 einzuordnen sind. Höchste Zeit also, sich über das, was bisher geschah, einen Überblick zu verschaffen – auch wenn es weitergehen wird, weitere Antworten gefunden werden (müssen), unter anderem auf der Suche nach einem Preisträger-Duo und beim Fest der Shortlist und der Preisverleihung.