• Die studentische Redaktion von ILP on blog sondiert, kommentiert, erschließt und vertieft das Geschehen und die Themen rund um den Internationalen Literaturpreis. Als Resonanzraum lädt das Blog ein zum Hören, Betrachten und Lesen.

Ivan Vladislavić und Thomas Brückner im Gespräch

„Fragen beim Lesen“ | „Questions while Reading“ (05/06)

Ivan Vladislavić und Thomas Brückner sprechen über den gesellschaftlichen und demokratischen Wandel in Südafrika, die Suche nach Identitäten und Freiheit, den Einfluss (dokumentarischer) Fotografien auf das Land wie auf den Roman Double Negative, der die kleinen Dinge und Details in den Blick nimmt, um sich so dennoch mit dem großen Ganzen auseinanderzusetzen, seine bestechend bildhafte Sprache und die Recherche, die für die Übersetzung nötig war:


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Sabine Scholl und Michael Krüger im Gespräch

„Fragen beim Lesen“ | „Questions while Reading“ (04/06)

Sabine Scholl und Michael Krüger sprechen über die Arbeit der Jury, die Komplexität der Kriterien und Vielzahl der Erfahrungen, die zahlreichen Lebenswelten und stilistischen wie formalen Verschiedenheiten der begutachteten Bücher, über das lange Leben des Romans, der sich nicht an Grenzen halten muss und Festlegungen unterläuft, das Spiel mit verschiedenen Erzählformen, Erzählhaltungen und -ebenen in Valeria Luisellis Die Geschichte meiner Zähne, dieses gleichzeitig kluge und leichte Buch:


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Shumona Sinha und Lena Müller im Gespräch

„Fragen beim Lesen“ | „Questions while Reading“ (03/06)

Shumona Sinha und Lena Müller sprechen über die Rolle, die Übersetzungen für sie spielen, die Schwierigkeiten, die das Übersetzen mit sich bringt, aber auch die Dankbarkeit, die denjenigen gebührt, die diese Tätigkeit ausüben. Sie sprechen über die poetische Sprache und ihre Heftigkeit, das subjektive, wütende Erzählen des Romans Erschlagt die Armen!, die Aspekte des Asylsystems, die darin Ausdruck finden, und wie sie in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden:


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Call for participation

ILP on blog, das Weblog zum Internationalen Literaturpreis – Haus der Kulturen der Welt, sucht eine neue Redaktion:

Aufgerufen sind neugierige und engagierte Studierende aus Literatur-, Kultur-, Medien-, Schreib- und Übersetzungsstudiengängen, die sich für gegenwärtiges literarisches Erzählen im transnationalen Kontext interessieren. Der ILP und sein Blog verarbeiten das „Literarische“ als eigene und dynamische Form, betrachten literarische Schreib- und Übersetzungsprozesse in Gefügen, die traditionelle sprachräumliche Logiken längst hinter sich gelassen haben.

Die Redaktion wird das gesamte Preisjahr und intensiv das Preisverfahren von April bis Juli 2017 online mit Interviews, Hintergrundberichten und Beiträgen rund um die Titel und Akteure des ILP und das Thema Schreiben und Übersetzen kreativ begleiten, eigene Lektürepraktiken einbringen und zum Fest der Shortlist & Preisverleihung am 6. Juli 2017 live aus dem HKW berichten und mit eigenen Formaten intervenieren. Weiterlesen

Alexander Ilitschewski und Andreas Tretner im Gespräch

„Fragen beim Lesen“ | „Questions while Reading“ (02/06)

Alexander Ilitschewski und Andreas Tretner sprechen über die gemeinsame Arbeit am Manuskript, die verschiedenen Fassungen des Romans Der Perser, den Rand des Überschaubaren, die erzählerische Kugel, ihr wortloses Zentrum, den strampelnden Frosch im Milchfass und das Belugastörweibchen:


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Joanna Bator und Lisa Palmes im Gespräch

„Fragen beim Lesen“ | „Questions while Reading“ (01/06)

Joanna Bator und Lisa Palmes sprechen über die Bedeutung einer Übersetzung ins Deutsche, die Schärfe des Blicks aus der Ferne, das Verhältnis von Fiktion und Wirklichkeit, die Atmosphäre des Romans Dunkel, fast Nacht, über Geister, die erscheinen müssen, das Orchester grotesker Internetforen, Wortneuschöpfungen und eine Kunstsprache, die auf Katzenwörtern basiert:


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Wir sind vielleicht keine wirklich repräsentativen Leser…

Eine nicht-repräsentative Befragung

Wir wollten wissen, welcher Lesestoff vom ILP-Publikum konsumiert und genossen wird und haben dazu am Fest der Shortlist die Besucher befragt. Welche Autoren und welche Titel werden auf welchen Sprachen gelesen – aktuell und generell? Und in welchem Medium werden Bücher heutzutage gelesen, ganz klassisch als gedrucktes Buch oder doch modern als eBook? Sicherlich ist das ILP-Publikum ein besonderes mit besonderen Lesegewohnheiten. Dennoch kann man den einen oder anderen Lesetipp finden und die eigenen Gewohnheiten mit diesem ungewöhnlichen Kanon vergleichen.

Ein Beitrag von Julia Linne, Franziska Schatte und Sebastian Somfleth

Das Schreiben und die Existenz

Über Verfolgung, Zensur und Verbot.

Als 1988 der Roman „Die satanischen Verse“ des Autors Salman Rushdie in englischer Sprache erschien, löste das weltweit eine Welle der Empörung bei vielen muslimischen Gruppierungen aus. Symbolische Bücherverbrennungen, Demonstrationen und eine Petition, die sich an die Verlagsgruppe Penguin Group richtete, bei der „Die satanischen Verse“ verlegt wurde, gehörten noch zu den harmloseren Formen der Proteste. Grund dafür waren zwei weit in die Vergangenheit reichende Kapitel über einen Propheten namens Mahound – für die aufmerksamen Leser*innen als islamischer Religionsstifter Mohammed identifizierbar. Eine bewusste Provokation des Autors. Über das Radio verkündete der iranische Geistliche und politische Führer (Ajatollah) Ruhollah Chomeini eine Fatwa mit einem Kopfgeld für die Ermordung Salman Rushdies, seiner Verleger*innen und Übersetzer*innen. Weltweit solidarisierten sich Intellektuelle mit Rushdie und die Debatte um den Roman bekam dementsprechend eine mediale Aufmerksamkeit gewaltigen Ausmaßes. Weiterlesen